Ich habe Angst, Du hast Angst, Wir alle haben Angst - die körperlichen Reaktionen und geistige Einflüsse

Verlassene Straßen, in Fahrzeugen misstrauische Menschen und jeden Tag lesen wir beängstigte und wenn nicht sogar falsche Nachrichten. So leben wir nun schon seit ein paar Tagen, wenn  nicht auch ein paar Wochen. Wir verlieren unser Zeitgefühl und glauben, dass die Zeit nur dann wertvoll ist, wenn wir diese mit etwas verbringen können. Was oft aber bleibt, ist die Angst.

Stress ist eine unspezifische Reaktion des Körpers auf die gewohnte größte Belastung, die Bedrohung für den natürlichen Zustand des Körpers. Stress kann durch Umwelteinflüsse, Lärmbelästigung, Luftverschmutzung, Natur- und andere Katastrophen, physische Angriffe und Gewalt ausgelöst werden. 



Wenn der Körper einer Bedrohung ausgesetzt ist, bereitet er sich automatisch auf die Gefahr vor. Es erzeugt die Energie, die benötigt wird, um mit wirksamen biochemischen Mitteln zu entkommen oder Gegenangriffe auszuführen. Jeder kennt es, das Herz schlägt schneller, die Pupillen werden weiter, die Lippen trocken und die Muskeln angespannt. In der Zwischenzeit beginnt die Ausschüttung des Adrenalin und/oder der Noradrenalin Hormone. Noradrenalin ist mit Wut und Zorn verbunden, Adrenalin hingegen mit der Angst. Ist Noradrenalin dominant, dann ist unser Körper auf die Flucht oder den Kampf vorbereitet. Ist Adrenalin dominant, dann überwiegt die Angst und wir sind gelähmt, sodass wir uns nicht bewegen können und unser Körper steif ist vor Angst. Den Unterschied erkennt man im Gesicht, vor Wut werden wir rot, vor Angst hingegen blass. Eine häufige Reaktion auf Stress ist Angst, Furcht und Wut, was zu Aggressionen führen kann. Unterdrückte serielle Aggression kann zu vielen Problemen und Krankheiten führen.

Wenn die Stressbedingungen andauern und das Individuum mit diesen nicht zurechtkommt, kann dies zur Unzufriedenheit führen und diese schließlich zur Depression. Depressionen erzeugen ein hilfloses, hoffnungsloses Gefühl.




Ein unglaublich hoher Anteil von 80% der Krankheiten hängen mit den Auswirkungen von Stress auf den Körper zusammen. Krankheiten wie etwa Atherosklerose, Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen, Krebs
u.v.m. In der angespannten Situation, die durch die Angst verursacht wird, reagiert das menschliche Gehirn auf die gleiche Weise, wie vor Millionen vor Jahren, der Urmensch. In Bruchteilen von Sekunden mobilisiert es das biochemische Arsenal des Körpers und bereitet es auf die Flucht oder den Angriff vor. 

In der gegenwärtigen Situation gibt es jedoch nur wenige Möglichkeiten, die geballte Energie freizusetzen, die Stressreaktion ist nicht dafür geeignet Probleme zu lösen. Die Anspannung wird daher größer. Durch die momentanen Maßnahmen, bleiben die biochemischen Veränderungen aufgrund vom Handlungsmangel stehen, wodurch das biochemische Gleichgewicht des Körpers gestört wird. 
Eine unserer größten Aufgaben im Moment ist es daher, den effektivsten Weg zu finden, um mit Stress umzugehen und unseren Körper stärker und widerstandsfähiger zu machen.

Kommentare